Ohne Acht
Ein spielerisches Feuerwerk war es allerdings nicht – was angesichts der prekären Tabellensituation für die HG Oftersheim/Schwetzingen aber auch nicht verwunderte. Dafür lieferten sich beide Mannschaften einen höchst intensiven, hart umkämpften Schlagabtausch, in dem es zwar mitunter etwas zerfahren wurde, in dem aber beide Seiten alles aus sich herausholten. Auf Konstanzer Seite galt es den großen personellen Problemen und den Ausfällen von gleich sieben Spielern zu trotzen. Christos Erifopoulos, Noah Frensel, Tim Enninghorst, Lukas Dietrich, Konstantin Poltrum, Jan Stotten und Sven Iberl waren zum Zuschauen verdammt. Zu den sieben Ausfällen kam dann noch eine Rote Karte für Lars Michelberger, sodass die HSG in Hälfte zwei ohne Acht auskommen musste.
„Das Beste waren die zwei Punkte“
Für Trainer Ralf Bader aber keine Ausrede für die maue Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben genügend Spieler und Qualität im Kader“, ließ er die personelle Lage nicht als Ausrede dafür gelten, dass ihm an diesem Abend wenig gefallen hatte. „Das Beste waren die zwei Punkte“, sagte er. „Vielleicht ein bisschen Spannung und die Stimmung auf den Rängen hat mir auch gut gefallen. Alles andere war eher nicht so schön.“ Vielleicht müsse man es im Entwicklungsprozess auch manchmal in Kauf nehmen, dass man Wellenbewegungen nach unten hat. „Das war heute so ein Spiel. Wir sind null in die Zweikämpfe gekommen“, zeigte der 45-Jährige auf. In der Tat hatten die Gäste ungewohnt oft sehr schnell und sehr leicht freie Bahn Richtung Tor. Sowohl im Eins-gegen-Eins ließ sich die Konstanzer Hintermannschaft öfters austanzen und bekam zudem das gute Spiel der Gäste an den Kreis nicht unter Kontrolle.
Alte Verhaltensmuster
Alte Verhaltensmuster hatte Bader nach den in den letzten Wochen gerade defensiv starken Leistungen ausgemacht und ärgerte sich darüber, dass „wir falsch zum Mann stehen. Wir helfen zu früh und Oftersheim nutzt das gut aus.“ So fand sein Team nie zur zuletzt gezeigten Sicherheit und Stabilität und leistete sich auch offensiv gerade zu Beginn einige überhastete Aktionen, die zu Ballverlusten und Kontern führten. Daraus resultierte prompt ein 3:6-Rückstand, der den im Kampf um den Klassenerhalt alles gebenden Kurpfälzern Hoffnung und Glauben gab. Nach einer Viertelstunde konnte Marc Kern weiter auf 10:6 für seine Farben erhöhen.
Aufholjagd vor der Pause
Auf Konstanzer Seite bleib zwar weiter vieles Stückwerk, doch der Einsatz stimmte. Jo Knipp gelang es immer wieder erfolgreich, Verantwortung zu übernehmen. In den Minuten vor der Pause kamen die Gelb-Blauen besser in Fahrt und so zum 15:15. Nach dem Seitenwechsel ging es weiter hoch und runter. Immer mit höchstem Einsatz – aber auch einer recht hohen Fehlerquote in beiden Lagern. Es dauerte bis in die 39. Spielminute, als der HSG Konstanz der erste Führungstreffer an diesem Abend gelang. Torschütze: Jo Knipp. Trotzdem legte Oftersheim/Schwetzingen nach 50 Minuten wieder vor. Erst ein Doppelschlag von Aron Czako und Nikita Pliuto und kurz darauf Luca Schwormstede brachten die HSG auf die Siegerstraße – vermeintlich.
Unterzahl und Ballverluste machen es spannend
Konstanz wackelte in der Schlussphase noch einmal bedenklich und brachte sich selbst fast um den Lohn. Mit einer unnötigen Zeitstrafe und einem deutlich über das Tor geworfenen Siebenmeter zeigte die HSG Nerven und ließ die HG wieder hoffen. Als sich Jonas Hadlich unwiderstehlich durch die Deckung des Gegners tankte, schien die Messe endgültig gelesen. 33:30, noch 75 Sekunden auf der Uhr. Doch HG-Shooter Florian Burmeister verkürzte auf 33:31, die HSG fing sich eine weitere wenig clevere Zeitstrafe ein und musste die Partie in Unterzahl beenden. Gegen die nun mit offener Manndeckung alles auf eine Karte setzenden Gäste, die schon an der Mittellinie attackierten, verlor die HSG ein weiteres Mal den Ball. Peter Hammarberg stellte so 39 Sekunden vor der Sirene den Anschluss her (33:32).
Am Ende stimmt das Ergebnis
Tatsächlich kam die HG nochmals in Ballbesitz und hatte den letzten Angriff. Der letzte Wurf wurde schließlich vom Konstanzer Block abgefälscht und trudelte knapp am Kasten vorbei – 33:32, Erfolg Nummer vier in Serie war gesichert. „Zum Glück haben wir über unser schnelles Spiel noch ein paar einfache Tore gemacht“, sagte der HSG-Coach und erklärte, dass der Auftritt seiner Mannschaft ihn schon ärgere, die zwei Punkte aber „gut sind. Von den Jungs muss sich jetzt auch keiner einen Vorwurf machen. Am Ende stimmt das Ergebnis, aber wir müssen auch im Spiel Ideen, die wir uns vornehmen, viel akribischer umsetzen.“
HSG Konstanz: Adrian Lehmann, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (3), Lars Michelberger (3), Felix Sproß (6), Luca Schwormstede (2), Jo Knipp (6), Maxim Pliuto (2), Nikita Pliuto (2), Jonas Hadlich (3), Sören Fuhrmann (1), Veit Schlafmann (5/3).
Zuschauer: 600.
Quelle: PM HSG Konstanz