Standing Ovations, Humba und Partystimmung
Als Konstanzer Handball-Fan muss man schon etwas in seinem Gedächtnis danach suchen, wann die Stimmung zuletzt einmal so ausgelassen nach einem Heimspiel der HSG war. Schon Minuten vor Spielende gab es Standing Ovations, danach schwappte die La Ola durch die stimmungsvolle Schänzle-Hölle, ehe Youngster Tim Enninghorst die „Humba“ anstimmte und das Echo lautstark von den Rängen folgte. Es herrschte Partystimmung, Erleichterung und vor allem wieder große Zuversicht überall, wo man hinblickte. Allen Grund dazu gab der erneut fast über die kompletten 60 Spielminuten sehr konstante und starke Auftritt der HSG. Die trotzte ihrem Verletzungspech auf bemerkenswerte Art. Es war überhaupt nicht zu sehen, dass mit Christos Erifopoulos, Konstantin Poltrum. Lukas Dietrich, Jan Stotten, Sven Iberl und Jonas Hadlich quantitativ und qualitativ einiges kompensiert werden musste.
Furioser Start der Gäste
In den ersten zweieinhalb Minuten jedoch legte der TuS Fürstenfeldbruck erst einmal furios vor nach dem erlösenden Erfolg in der Vorwoche in Schwetzingen. 4:1 stand es für die Gäste aus dem Münchener Umland – doch Konstanz schien davon wenig beeindruckt. Drei Minuten späte stellte Lars Michelberger auf 4:4. Der darauffolgende Treffer von Philipp Hlawatsch zum 5:4 für seine Farben sollte die letzte Führung der Südbayern in dieser Partie bleiben. Die jederzeit bemühten Gäste, die alles versuchten, hatten einer immer stärker werdenden Konstanzer Mannschaft aber mit zunehmender Spieldauer immer weniger entgegenzusetzen.
Gute Deckung, hohes Tempo
Dies hatte seine Gründe vor allem im konzentrierten, fokussierten Auftritt der HSG. So stellte Konstanz wie schon vor einer Woche eine sehr aggressive und bewegliche Deckung, die es den körperlich unterlegenen „Brucker Panthern“ extrem schwer machte, im Positionsspiel Lücken aufzutun. So zeigte sich Torwart Konstantin Pauli wieder als verlässlicher Rückhalt, der sich einige Male auszeichnen konnte. Dazu forcierte die HSG das Tempospiel. Belohnte sich für die gute Abwehrarbeit und hatte dann auch den Mut und den Zug zum Tor, um diese sofort mit leichten Gegenstoßtoren zu vergolden – oder auch die schnelle Mitte für den prompten Gegenschlag erfolgreich zu nutzen. Überhaupt schien die Leichtigkeit, die Spielfreude und die damit einhergehende Effektivität im Abschluss wieder zurück zu sein.
Wenige Fehler, hohe Konstanz
Konstanz gelang so vieles, während Fürstenfeldbruck für seine Fehler gnadenlos bestraft wurde. Die 20:13-Pausenführung gab zusätzliche Sicherheit. Auch in Hälfte zwei blieben die in dieser Saison oft gesehenen Leistungsschwankungen zum großen Teil aus. Stattdessen bewegten sich die Gelb-Blauen fast durchgehend – bis auf eine kurze Phase mit einigen unnötigen Fehlern in Serie – auf konstant hohem Niveau. Und als einmal ein paar Fehler in Serie passierten, beruhigte Ralf Bader sofort mit Erfolg. Nach etwas mehr als fünf Minuten im zweiten Durchgang erhöhte Michelberger schon auf 26:15.
„Auch in der Höhe verdienter Sieg“
Die Partie war frühzeitig entschieden, obwohl Fürstenfeldbruck sich neben seiner offensiven 3:2:1-Abwehr auch in der 6:0-Formation versuchte – letztlich aber gegen völlig gelöste Konstanzer, die zudem durch gutes Wechselmanagement trotz ihrer zahlreichen Ausfälle das Tempo über 60 Minuten hochhalten konnten, chancenlos war. So sprach Gästetrainer Max Högl von einem „auch in der Höhe verdienten Sieg. Die Konstanzer Fehler kann man an einer Hand abzählen. Sie haben ein sehr gutes Spiel gemacht.“ Sein Gegenüber zeigte sich entsprechend gelöst und zufrieden und lobte die „tolle Stimmung.“ So einfach wie es das Ergebnis vermuten lässt, sei die Partie gerade nach dem kleinen Fehlstart nicht gewesen. „Aber“, erklärte Bader, „unser Joker war heute, dass wir einfach versucht haben, das Tempo so hoch wie möglich zu halten und der Gegner ein paar einfache Fehler gemacht hat.“
„Fürstenfeldruck gezeigt, wo wir noch Schwächen haben“
Zur ganzheitlichen Bewertung gehört auch, dass die HSG bereits im Hinspiel deutlich erfolgreich war (38:30) und Fürstenfeldbruck als Tabellenletzter gerade mit einem großen Umbruch, einigen Verletzen und möglichweise etwas fehlender Erfahrung zu kämpfen hat. Denn, so der HSG-Coach weiter, „Fürstenfeldruck hat mit seinen super Eins-gegen-Eins-Aktion gezeigt, wo wir noch Schwächen haben. Da müssen wir ansetzen, da müssen wir besser werden. Das nehmen wir mit in die nächste Woche.“ Plus eine weitere erfreuliche Erkenntnis: Die Spieler, die zuletzt eher weniger zum Einsatz kamen, nutzten ihre Spielzeiten hervorragend. Wie etwa Felix Spoß mit neun, Veit Schlafmann mit sieben, Luca Schwormstede mit vier und Sören Fuhrmann mit zwei Toren.
Heimspiel am 21. Februar
Nach einem spielfreien Wochenende darf sich die HSG Konstanz direkt auf das nächste Heimspiel freuen. Am 21. Februar ist um 20 Uhr die HG Oftersheim/Schwetzingen zu Gast in der Schänzle-Hölle.
HSG Konstanz: Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (5), Aron Czako (1), Lars Michelberger (6), Felix Sproß (9), Luca Schwormstede (4), Jo Knipp (3), Tim Enninghorst (2), Maxim Pliuto (3), Nikita Pliuto, Sören Fuhrmann (2), Veit Schlafmann (7/4).
Zuschauer: 600.
Quelle: PM HSG Konstanz